24.11.05

„Saltarello“ MGG-Artikel von Ingrid Brainard, Zusammenfassung

Der Saltarello (ital. auch „passo brabante“, frz. „pas de breban“, span. „alta danza“, dt. „Hupfauff“, „Springtanz“) ist ein lebhafter Sprungtanz italienischen Ursprungs. Er wird seit dem Mittelalter noch heute in der Umgebung von Rom als volkstümlicher Tanz gepflegt.

In der musikalischen Überlieferung erscheint der Saltarello erstmals in Italien im 14. Jahrhundert. Im Italien des Quattrocento gibt es drei verschiedene Formen des Saltarellos, nämlich:

1. Als Tanz von einer unbegrenzten Zahl von Paaren zur Begleitung der „piffari“ (Schalmeie und Posaunen) bei festlichen Gelegenheiten.

2. Als Nachtanz zur Bassadanza.

3. Als einer der vier „misure“, nämlich Bassadanza – Quadernia – Saltarello – Piva, die in der italienischen Tanztheorie des Quattrocento beschrieben werden und im höfischen Repertoire miteinander abwechselnd verwendet werden.

Als Zeitmass wird in den Traktaten „perfeto magiore“ und „perfeto minore“ angegeben. Der Grundschritt des Saltarello besteht aus einem „doppio“ (Doppelschritt) und „salteto“ (kleiner Sprung oder Hüpfer). Andere Quellen sprechen von vierzehn Doppelschritten, von denen der zweite kleine Schritt zwischen ein Tempo und das nächste zu fallen hat. Die Grundschritte des Saltarellos können durch die Verwendung von „movimenti naturali“ variiert werden. Auch Verzierungen sind erlaubt. Nach den Theoretikern des 16. Jahrhunderts beginnt der Saltarello auftaktig. Steht ein Saltarello „in mensura quadernaria“ (4/4-Takt), wird er „saltarello tedesco“ genannt.

Im 16. Jahrhundert kommt der Saltarello als Einzelstück oder auch als Nachtanz zum Passo e Mezzo, zur Pavane und Paduana vor. Das harmonisch-melodische Material bleibt in der Regel dem Vortanz gleich.

Es scheint, dass die Galliarde dem Saltarello in Frankreich, Holland und England entspricht.

Im 17. Jahrhundert verschwindet der Saltarello aus dem elegant-höfischen Tanzrepertoire und wird allmählich beliebter Bestandteil des Volkstanzes. Er verbreitet sich besonders in der Romagna, der Abruzzen und der Marschen, wo er heute noch als lebhafter Springtanz für Paare im 3/4– oder 6/8- Takt mit instrumentaler Begleitung oder zum Gesang aufgeführt wird.