12.2.06

Musical practice and creativity

Meki Nzewi: „Musical pactice and creativity”, Bayreuth, 1991, Kap. 3, S. 73-100

Meki Nzewi ist Professor an der Universität von Pretoria. Er ist selber Komponist und Perkussionist und ist in der Igbo-Gesellschaft aufgewachsen, wovon hier die Rede sein wird. Er hat eine 20-jährige Erfahrung als Musikethnologe. Igbo ist Nigerias zweitgrösste ethnische Gruppe.

Das dritte Teil des Buches beinhaltet folgende Kapitel:

Chapter 3
Organisation of a Dance Music Group
Organisation of Music Presentation
The structure of the Igbo Presentation
The structure of the Igbo Festival
Features of the Preparation
Feature of the Core Events
Implication of the Ideational Perspectives
Popular Igbo Festivals
Music Education
Participation of Women
Social-Musical Evaluation of Music and Music-Making


Musik: Wichtige Aspekte (Auswahl)

Es ist spannend zu beobachten, wie das Musik-Konzept an einer Kultur gebunden ist:

- Die Igbo-Terminologie “Nkwa” für Musik, bedeutet instrumentale Musik und Tanz.

- Die Musik(-Gruppe) ist ein kollektives Gut und gehört dem Dorf.

- Das jährliche Musik-Festival beinhaltet zeitliche, religiöse, materielle, künstlerische sowie politische Vorbereitungen.

- Musik ist eine künstlerische-ästhetische Rationalisation, die von der Gesellschaft vorgeschrieben wird.

- Wenn Musik läuft, „erwacht“ die Gesellschaft.

- Musik wird nicht in Isolation gelebt, sondern wird immer mit den anderen geteilt. Dies führt dazu, dass Musik Freude und Kameradschaft fodert. Man sozialisiert als Gruppe.

- Musikalische Erziehung: Es gibt keine systematische und pädagogische musikalische Erziehung. Jedes Kind ist frei zu entscheiden, ob es Musik machen will. Es lernt, indem es mit anderen Kindern Musikgruppen bildet und die Erwachsenen imitiert sowie deren Instrumente nachahmt.

- Frauen musizieren in selbständig organisierten Gruppen. Männer werden eingeladen, nur um spezifische Rollen in der Gruppe zu übernehmen. Wer nicht zur Musikgruppe gehört, lebt sozial isoliert.

- Es gibt ein sehr kleiner physischer wie psychischer Unterschied zwischen den Musizierenden und den Zuhörern. Wenn der Zuhörer auf irgend einer Art und Weise die Aufführung hindert, wird er gebeten, wegzugehen.