5.3.06

Samba und Brasilien: Ein kleines, musikalisches und kulturelles Vokabular

Botequim: Schenke, Kneipe

Calundu: Für diesen Namen kennt man verschiedene graphische Varianten: „lundu“, „lundum“, „landu“, „landum“, „londu“, „londum“, „loudum“. Es handelt sich um einen Tanz afrikanischen Ursprungs, dass von den Sklaven in Brasilien im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert getanzt wurde. Heute spricht man eher von „lundu“. Früher unterschied man zwischen zwei Arten von Lundus: der „Lundum“, der ein dramtischer-religiöser Tanz ist, und der „Lundu“, der ein urbanes, solistisches Lied aus Brasilien ist.

Carioca: Ein Wort indianischer Ursprungs, das „die, die in den weissen Häusern wohnen“ bedeutet. Damit waren die Häuser der Portugiesen gemeint. Heute ist es die Bezeichnung für die Bewohner von Rio de Janeiro.

Casa-grande: Kolonie-Haus, in der die patriarchalische Familie zur Zeit des Kolonialismus lebte.

Cidade: Bedeutet wörtlich „Stadt“. In den Samba-Texten unterschied man die „Stadt“ von den Armenvierteln wie „morro“, „favela“ oder „bairro“.

Estado Novo: Das Regime von Getúlio Vargas, das von 1937-1945 dauerte.

Gafieira: Tanz, der von der schwarzen Bevölkerung von Rio de Janeiro am Anfang des 20. Jahrhunderts getanzt wurde. Es handelte sich um die Imitation von den Salontänzen der Élite der 1930er Jahren. 1960 wurde dieser Tanz von den Studenten der Universität und von der Mittelklasse wiederentdeckt.

Gíria: Slang, umgangssprachlicher Ausdruck.

Iáiá: Anrede der Sklaven, wenn Sie zu den Mädchen oder junge Frauen des Herrenhauses sprachen.

Malandra: Die weibliche Version des „malandro“, eine Art Rebellin und „femme fatale“.

Malandro: Die Hauptfigur in den Sambas der 1930er Jahren, man könnte sie mit dem „compadrito“ des Tango vergleichen.

Morena: Dunkelhäutige Frau.

Morro: Wörtlich „Hügel“. Synonym der Favelas in Rio de Janeiro, die auf den Hügeln liegen.

Prestamista: Gelegenheitsarbeiter aus den Armenvierteln von Rio de Janeiro.

Sinhá: Stammt aus dem Wort „senhora“. Es handelt sich um die Ansprache der Sklaven, wenn sie sich den Damen, Frau oder Tochter des Herrenhauses wandten.

Zona Norte: Ein Dachausdruck um die Bewohner der Arbeiterklasse in der nördlichen Banlieu von Rio de Janeiro, wie zum Beispiel Vila Isabel, Estácio de Sá und São Cristóvão zu bezeichnen.

Zona Sul: Die Strandseite von Rio de Janeiro mit den Distrikten Copacabana, Ipanema, Flamengo und Botafogo.