2.6.06

Der Tango

“El tango es un pensamiento triste que se puede bailar.“ - Enrique Santos Discépulo

“Der Tango ist ein trauriger Gedanke, der getanzt werden kann.”


I. Begriff und Ursprung

Tango bezeichnet einen Paartanz, der ursprünglich aus der Region des Río de la Plata von Argentinien und Uruguay stammt.

Über den Ursprung des Wortes „tango“ herrscht Unsicherheit. Im 19. Jahrhundert bezeichnete das Wort „Tango“ in Spanien als auch in Lateinamerika verschiedene Arten von Tanz, Lieder und gemeinsame festliche Anlässe. Einige Wissenschaftler vermuten einen afrikanischen Ursprung des Begriffes, mit der generellen Bedeutung von „afrikanischer Tanz.“ Andere leiten es vom mittelalterlichen spanischen Wortes „tangere“, bzw. „tañer“ ab, was soviel wie „ein Musikinstrument spielen“ oder „etwas mit den Fingern berühren“ bedeutet. Im 18./19. Jahrhundert benutzten Beamte aus Buenos Aires die Begriffe „zango“, „tambo“ und „tango de negros“, um die Örtlichkeit zu bezeichnen, wo die einfachen Leute Feste abhielten und tanzten. Es war auch ein abwertender Begriff, um einen unverwünschten „Negertanz“ zu bezeichnen. In der Kolonialzeit bezeichneten die Afrikaner in Rio de La Plata damit auch ihre Trommeln.


II. Bedeutung

Der Tango entwickelte sich um 1865-1870 in den veramten Slumgebieten von Río de la Plata, die „arrabal“ oder „suburbio“ genannt wurden, und in den Bordellen der Hafendistrikte von Buenos Aires. Um 1900 konzentrierte sich der Tango in die im Zentrum gelegenen Cafés, in den „cafetines“. In den folgenden Jahren bekommt der Tango schliesslich internationale Anerkennung. Der argentinische Tango wurde zu einem nationalen Symbol im Kampf um die nationale Identität Argentiniens im 20. Jahrhundert: Dieser Tanz wurde nämlich von allen Gesellschaftsschichten akzeptiert.

Der frühe Tango verband Elemente der Gauchos , besonders die improvisierten „payada“-Lieder und der „milonga“. Die Milonga ist vermutlich ein Tanz afrikanischen Ursprungs im Zweiertakt mit synkopierten Rhythmen, der die rhythmische Struktur des Tangos beeinflusste. Ein weiteres afrikanisches Element ist der „candombe“, einen neo-afrikanischen Tanz aus der Region von Río de La Plata. Vom Candombe entlieh der Tango zwei wichtige Tanzfiguren:

· Den „corte“, den plötzlichen Halt
· Die „quebrada“, die Biegung des Oberkörpers

Die drei Hauptformen des Tangos sind:

· Der rein instrumentale Tango-Milonga
· Der instrumentale oder gesungene Tango-Romanza
· Der stets gesungene und von verschiedenen Instrumenten begleitete Tango-Canción

Der Fatalismus ist eines der wichtigsten Themen, der in den Tango-Texten zum Ausdruck gebracht wird. Weiter sprechen die Texte meistens von einer pessimistischen Perspektive der Liebe, Desillusion, Abwehrhaltung gegenüber Frauen, Nostalgie usw.
Eine wichtige Figur, der diese Aspekte verkörpert ist der „compadrito“. Der Compadrito ist Don Juan, Zuhälter, Liebhaber, Kämpfer und eleganter Dandy in einem. Er ist die berühmte Figur des „hombre tangueiro“, der Tango-Mann. Eine weitere stereotypische Figur ist die der „milonguita“, eine Tänzerin eines Tanzlokals, das zur Prostituierten wird.

Der „lunfardo“ ist ein Jargon, der in dieser Undergroundkultur herrscht und die Tango-Texte besonders beeinflusst hat.

Choreographisch betont der Tango die Dominanz des Mannes gegenüber der Frau. Dies zeigt sich in der aktiven, kraftvollen und machohaften Rolle des Mannes, während die Frau unterwürfig erscheint.


III. Struktur

Musikalische Hauptmerkmale des Tangos sind:

· Dreiteilige, seltener zweiteilige Form, mit Abschnitten von jeweils 14-20 Takten
· Ein oder zwei Hauptthemen
· Rhythmische Gestaltung der Melodie neigt dazu synkopierte Muster mit gleichmässigen auszugleichen
· Harmonische Entwicklung verläuft streng tonal mit Modulationen zur Dominante, Subdominante und den verwandten Dur- oder Moll-Toniken
· Begleitrhythmik verweist deutlich auf die Habanera
· Die gehende Basslinie wird von den abgehackten Klängen des Bandoneon akzentuiert und aufgegriffen
· Bis um 1920 war der 2/4-Takt verbreitet, danach wurden der 4/4- und der 4/8-Takt beliebter. Auch der Tango-Walzer in 3/4 ist üblich.
· Der moderne Tango kennzeichnet sich durch komplexe rhythmische Variationen


In den 1930er Jahren machte der Komponist, Geiger und Orchesterleiter Francisco Canaro (1884-1964) den „canyengue“-Rhythmus bekannt. Es ist ein Perkussionseffekt, der durch das Schlagen des Resonanzkörpers oder des Blaseblags des Bandonions mit den Händen oder der Geigen- bzw. Kontrabassseiten mit dem Bogen entstand.


IV. Tango-Canción

Hier folgt ein Text mit einer Übersetzung, um beispielhaft die Themen der Leidenschaft, Eifersucht, Liebe, der Tango-Texte zu zeigen:

Pasional

Text: Mario Soto, Musik: Jorge Caldara, Entstehungsjahr: 1951

No sabrás, nunca sabrás
lo que es morir mil veces
de ansiedad;
no podrás nunca entender
lo que es amar y enloquecer.
Tus labios que queman,
tus ojos que embriagan
y que torturan mi razón...
Sed que me hace arder
y que me enciende el pecho de pasión.
Estás clavada en mí,
te siento latir
abrasador de mis sienes,
te adoro cuando estás y
te amo mucho más
cuando estás lejos de mí.
Así te quiero, dulce vida de mi vida..
Así te siento, sólo mía, siempre mía...
Tengo miedo de perderte,
de pensar que no he de verte...
¿Por qué esa duda brutal?
¿Por qué me habré de sangrar,
si en cada beso te siento desmayar?
Sin embargo me atormento
porque en la sangre te llevo;
y en cada instante, febril y amante
quiero tus labios besar.
¿Qué tendrás en tu mirar,
que cuando a mí tus ojos levantas
siento arder en mi interior
una voraz llama de amor?
Tus manos desatan caricias que me atan
a tus encantos de mujer...
¡Sé que nunca más podré
arrancar del pecho este querer!
Te quiero siempre así...
estás clavada en mí
como una daga en la carne
ardiente y pasional
y temblando de ansiedad
quiero en tus brazos morir.
Deutsche Übersetzung (von Jolanda)


Leidenschaftlich

Du wirst es nie erfahren
Was es bedeutet,
Tausend Mal vor Angst sterben zu müssen
Du wirst nie verstehen, was es bedeutet,
Lieben und Verrückt zu werden
Deine Lippen, die entbrennen
Deine Augen, die entzücken
Und welche meinen Verstand quälen
Durst, der mich entflammen lässt
Und die meine Brust mit Leidenschaft anzündet
Du bist an mir genagelt
Ich höre dich bellen (?)
Verzehrend für meine Schläfen
Ich verehre Dich wenn Du bei mir bist
Ich liebe Dich umso mehr, wenn Du weit weg bist

Ich liebe Dich so, süsses Leben meines Lebens
So spüre ich Dich nur mein, für immer mein

Ich habe Angst, Dich zu verlieren
Der Gedanke, dass ich Dich nicht wieder sehe...
Wieso dieser brutale Zweifel?
Wieso werde ich verbluten müssen,
wenn ich spüre, dass Du bei jedem Kuss in Ohnmacht fällst?

Trotzdem quäle ich mich
Weil ich Dich in mein Blut trage
In jedem Moment möchte ich Dich fieberhaft und liebend küssen
Was wird in deinen Blick sein
Denn wenn Du deine Augen nach mich aufhebst
Höre ich in meinem Innern einen gefrässigen Schrei nach Liebe?

Deine Hände entfesseln Zärtlichkeiten die mich
An deinen weiblichen Charme binden

Ich weiss, das ich für nie mehr diese Liebe
aus meiner Brust entreissen kann

Ich möchte Dich immer so
Fest genagelt an mir
Wie ein Schwert im Fleisch
Feurig und leidenschaftlich
Während ich vor Angst zittere
Möchte ich in Deinen Armen sterben


V. Ensembles

Die ersten Tangoensembles waren „tercetos“, Trios und bestanden aus Violine, Gitarre, die häufig durch das Akkordeon ersetzt wurde und Querflöte. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand eine neue Trioformation aus Violine, Klavier und Bandoneon. Das Standardensemble besteht aus Bandoneon, Gitarre, Violine und Querflöte geht auf den Komponisten und Bandleader Vicente Greco (1888-1924) zurück. Sehr verbreitet waren Sextette bestehend aus zwei Violinen, zwei Bandoneons, Klavier und Kontrabass.

VI. Verbreitung

Der Reiz des Exotischen und des Neuen verhalf den Tang am Anfang des 20. Jahrhunderts zur Berühmtheit. Der Tango gelang zuerst in den Ballsälen von Paris. Von hier aus verbreitete er sich nach London, Deutschland, Italien, Russland und New York.
Der Tango war am Anfang eine Herausforderung für die Moral und die gesellschaftlichen Werte. Um den Tango Eingang in die europäischen Ballsäle zu verschaffen, wurden einige Figuren deutlich gewandelt. Die Grundfiguren blieben aber, was zum Beispiel viele Mitglieder der französischen Gesellschaft schockierte.
Um 1930 kam der Tango in Europa ausser Mode, während er sich in Argentinien weiterentwickelte. Daraus bildeten sich zwei Hauptströmungen heraus, die traditionelle Aufführungsweise und die Weiterentwicklung. Während den wirtschaftlichen Wachstum entwickelte sich der moderne Tango und das Tango-Lied erreichte der Gipfel seiner Berühmtheit. Die Ensembles wurden durch Aufnahme von Streich-, Blas-, und Perkussionsinstrumente erweitert.
Das Goldene Zeitalter des Tangos ging in den 1950er Jahren zu Ende, als die Subventionsgelder der Tango-Cafés drastisch gekürzt wurden. Die grossen Tanzorchester wurden durch kleinere Ensembles ersetzt. Der grosse Unterschied bestand darin, dass das Publikum nicht mehr teilnahm, sondern nur zuhörte. So kam der Konzert-Tango in Mode, aus dem sich der „nuevo tango“, die Tango-Avantgarde, entwickelte. In den 1960er Jahren beteiligte sich Astor Piazzolla (1921-1992) als Bandoneonspieler an die Schaffung des neuen Tangos. Piazzolla wurde in Mar del Plata geboren und ist in New York aufgewachsen. Als Kompositionsstudent von A. Ginaster und Nadia Boulanger, ging er zuerst in Buenos Aires, dann nach Paris. Er fügte dem Tango Jazz-Elemente hinzu, wie zum Beispiel die Erweiterung der Akkorde, und schuf einen eigenen avantgardistischen Tangostil. Er verschmolz auch Elemente der Tango-Tradition mit experimentellen Techniken und erweiterte die Instrumentation mit der elektrischen Gitarre. Er revolutionierte somit die Tango-Szene, was anfänglich auf grosse Ablehnung stiess. Mit seinen mehr als 750 Werken, darunter auch Film- und Theatermusik, genoss Piazzolla internationalen Ruhm, der auch nach seinem Tod anhält.


VII. Rund um den Tango

Finnischer Tango
Der finnische Tango ist dem argentinischen Tango des 1930er Jahre sehr ähnlich. Die finnische Version ist überwiegend in Moll. Die Texte werden meistens auf Finnisch und Deutsch gesungen, aber auch Spanisch kommt vor.

Tango africano
Bezeichnet in Kuba ein spezieller Rhythmus bei szenischen Darbietungen mit Tänzen der früheren afrikanischen Sklaven.

Tango andaluz
Zum Komplex des spanischen Flamencos gehörendes Tanzlied, dessen Musik nicht mit dem Tango ríoplatense in Beziehung steht.

Tanguinho/Tango brasileiro
Der Tango wurde in Brasilien verwendet, um die ersten Adaptationen von Habanera zu verstecken, die von der Gemeinschaft nicht anerkannt waren. Die Habanera ist die kubanische Variante der spanischen „contradanza“. Ernesto Nazaré verwendet z.B. häufig die Bezeichnung“ tango brasileiro“ für seine „lundus“, „choros“ und „maxixes“, um zu verhindern, dass sich die damalige Gesellschaft und Musikkritiker nicht alarmierten und zum Skandal ausriefen.

Tango canción
Generelle Bezeichnung für den gesungenen Tango.

Tango congo
Zu Beginn der 1920er Jahre in Kuba entstandene Liedform. Es handelt sich um einer Vermischung kreolischer und afro-lateinamerikanischer Komponenten, die jedoch kaum in Bezug zum eigentlichen Tango stehen.

Tango incaico
Eine Variante des Tangos in Bolivien, der mit indianisch-mestizischen Komponenten bereichert ist.

Tango Milonga
Ursprünglich handelt es sich um eine ländliche Variante de Tango, der bereits vor 1900 entstanden ist. 1889 wurde die Milonga mit „La Estrela“ von Alberto Poedestà aufgeführt. Später wurden rhythmische Elemente des „Candombe“ mit dem Tango vermischt, so dass eine neue Form entstand, die Milonga genannt wird. Candombe ist ein afro-lateinamerikanischer Volkstanz, der in der Region von La Plata im 19. Jahrhundert aus dem „Tambo“ entstanden ist. Der Wortstamm könnte aus dem „Candomblé“ abgeleitet sein. Der Tambo ist seinerseits ein Tanz der afroamerikanischen Bevölkerung Uruguays, der jedoch heute nicht mehr aufgeführt wird.

Tango-romanza
Romanzenhafter Tango, der meist durch Gitarre begleitet wird und mit sentimentalen Texten verbunden ist.

Tanguinho
Peruanische Version des Tango im 4/4-Takt. Wurde früher meistens durch Tanzorchester interpretiert, ist heute jedoch kaum mehr verbreitet.

Tanguista
Bezeichnung für den Interpreten oder Schöpfers des Tangos.

Tanguito
Venezolanische Variante des Tangos, der jedoch kaum noch verbreitet ist.


VII. Der Lunfardo: Ein kleines Vokabular

Hier folgt ein kleines Vokabular des Lunfardo. Es ist interessant zu beobachten wie es Rund um die Faulheit, den Frauen, den Machismus, den Sex, der Betrunkenheit, der Kriminalität gibt viele verschiedene Begriffe gibt.

Abanicarse: „fächeln“, verschwinden, verlassen
Abotonado: „zugeküpft“, verheiratet
Abotonarse: „sich zuknüpfen“, heiraten
Academia: Ort wo man tanzen, drinken und Frauen treffen kann
Aceite, dar el: „das Öl geben“, schiessen
Aceite, tomarse el: „das Öl nehmen“, einen Ort schnell verlassen
Aceitunas, cambiar el agua de las: „das Wasser der Oliven wechseln“, urinieren
Acomodar: “in Einklang bringen”, , beeinflussen, schlagen
Acomodo: eigentlich “Unterstellung, Auskommen”, bedeutender Einfluss.
Al pucho: eigenltich ist „pucho“ eine Zigarette, einen Zigarettenstummel. Hier bedeutet es sofort.
Afrecho: Sexueller Appetit
Alambrada: Gitarre
Alcancía: Knast
Ambiguo: bedeutet eigentlich zweideutig, hier ein weichlicher, weibischer Mann (Homosexueller)
Angelito: eigentlich „kleiner Engel“, hier mit der Bedeutung von naif
Angelito: Ein kleiner Engel ist auch ein Werkzeug, mit dem man die Türen von aussen öffnet. Antenas: “Antennen”, die Ohren
Artículo, dar: eigentlich „den Artikel geben“ aufmerksam sein. “
Arrugado: eigntlich “runzlig, faltig”. Hier bedeutet es Angst haben, sich fürchten und es bezeichnet auch das Bandoneon (mit seinen vielen „Falten“).
Asfalto: eigentlich “Asphalt”. Die Erfahrungen, die man im Leben gemacht hat.
Atorra: Fauler Mensch
Atorradero: Bescheidener Wohnsitz, Wohnung eines faulen Manns oder eines Singles.
Atorrancia: Faulheit
Atorranta: Prostituierte
Atorrante: schamlos, frech, Scheisskerl
Atorrantear: nichts tun
Atorrantismo: Faulheit, Trägheit
Atorrar: schlafen, fauler Mann, unmoralische Frau
Ave Negra: “schwarzer Vogel”: Rechtsanwalt


Baile: Eigentlich “Tanz”, hier im Sinne von Chaos, Unordnung
Bailetín: eine kleine Tanzparty
Bailongo: abwertender Begriff für Tanzparty, Chaos, Kampf
Balconear: „Balcon“ bezeichnet eigentlich eine Terrasse, hier im Sinne von betrachten, beobachten.
Banana, muy de la: ausgezeichnet
Bandola: Bandoneon.
Barra brava: Gang.
Batuque: Chaos
Bebe: Bordell
Beberaje: Alkoholgetränk
Bulevar: eine breite Strasse mit einem kleinen Platz in der Mitte
Burro: “Esel” hier im Sinne von dumm
Busca / Buscaglia: Prostituierte

Compadrada: Das typische Benehmen eines "compadre" oder "compadrito".
Compadraje: eine Gruppe von "compadres".
Compadre (adj.): schön
Compadrear: prahlen
Compadrito: prahlerisch, Prahler
Compadrón: anmassend, eingebildet
Corno, un: ein “Horn” hier im Sinne von nichts, es geht mich nicht an, es interessiert mich nicht.
Costiya: Frau
Crepar: sterben
Culo: Glück/Unglück
Cuña: Einfluss, Penis.
Cuore: Herz, aus dem Italienischen “cuore”.

Dandy: ein sehr eleganter und gutaussehender Mann
Dante: aktiver Homosexueller
Darique: ein Wortspiel, die Umkehrung von „querida“, meine Liebste
Dientudo: Piano
Dopado: Doped.
Dragonear: flirten.
Dragoneo: das Flirten
Drogui: Alkoholgetränk
Droguista: betrunken

Elemento: „Element“, hier im Sinne von Frau
Encopado: betrunken
Encoparse: sich betrinken
Encopetinada: betrunken
Encordada / Encornada: Gitarre
Escoba: Gitarre
Escobero: Gitarrist.

Faca: weisse Waffe
Fame: Hunger, Appetit
Fana: fanatisch
Fanar: stehlen
Funda: Preservativ, eigentlich einen „Socken“
Fundas: Socken

Garaba / Garabita: junge Frau
Garabito: Junge, faul
Gato: arm
Gavilán / Gavión: derjenige, der eine Frau verführt
Gilería: eine Gruppe von dummen Personen
Grata: Dieb
Gratarola: umsonst, gratis
Grela: Frau, Dreck
Guitarrero: Scharlatan, Gitarrist.

Hacer: stehlen, rauben
Hamacarse: hart arbeiten
Hecho: betrunken
Hembra: Frau
Hembraje: Gruppe von Frauen
Hideputa: Sohn einer Prostituierten
Húmedo: „feucht“, hier betrunken

I.B.M.: Kopf
Impermeable: “wasserfest”, hier Preservativ
Indiada: Gang


Jirafa: Laterne
Junta: Gruppe

Kaput: Ende (Anspielung an den Deutschen)
Kilo, está un: super
Kilombificar: komplizieren, stören
Kilombo: Bordell, Unordnung

Laburador / laburante: Arbeiter
Laburar: arbeiten
Laburo: Job.
Leche: Glück
Lechero / a: Mensch mit viel Glück
Leona: „Löwin“, eine sehr schöne Frau
Lufanía: die Muse des Lunfardo
Lunfa: Lunfardo (Slang)
Lunfamanía: die Angewohnheit, Lunfardo zu sprechen
Lunfapoesía: Lunfardo-Dichtung
Lunfardesco: was in Beziehung mit Lunfa steht
Lunfardía: die Welt des Lunfas
Lunfardo: Krimineller, Dieb.
Lunfardología: Lunfa-Wissenschaft, hier natürlich ironisch gemeint
Lunfaverseante: Lunfa-Dichter
Lunfo/ a: gross

Malandra / Malandraca: Krimineller
Malandrinaje: die kriminelle Welt
Malandrino: Krimineller
Máquina: eine sehr schöne Frau
Masacrar: ermorden, umbringen
Masacre: Ermordung
Matadero: Sexhotel
Mestizo: Piano
Metejón: Liebe, Leidenschaft, Zartheit
Milanesa: Lüge
Milanesero: Lügner
Millonaria: Syphilis
Milonga: Kabaret, Tanzparty
Milongón: Tanzpary
Milonguera: junge Frau, die im Kabaret arbeitet
Milonguita: eine Frau mit schlechten Angewohnheiten
Mina: Frau
Minaje: eine Gruppe von Frauen
Minerío: eine Gruppe von Frauen
Minerva: Frau
Minola / Minón / Minusa: Frau
Mirantes / Mirones / Mirón: Augen
Morena: die Dunkehäutige, Feuerwaffe
Morfar: essen
Morfeta: Hermaphrodite, Gay
Morfetear: essen
Morfi: das Essen
Morfilar: essen
Morlaco / Morlacos: Geld
Mortadela: eigentlich ein italienischer Fleischkäse,hier tot
Mosaico: Frau
Mosca / Moscarda: Geld
Mosqueta: Geld
Mueble: Sex-Hotel / Frau
Muerto: eine teure Rechnung
Mujerage: eine Gruppe von Frauen
Mujica: Frauen
Mus: Stille
Musa: Lüge
Música: Geld
Musicante / Musiqueros: Musiker

N.P. (No place): Verlierer
Nacarado: Bandoneon
Naifa: Junge Frau
Naife: Weisse Waffe
Naranja: nichts
Narigada / Narigazo: “Grosse Nase”, Drogen-Nase (Anspielung auf Kokain)
Narigueta: Nase
Nariguetearse: Drogen nehem
Naso: Nase
Nasún: jemand, der eine grosse Nase hat, auch im übertragenen Sinn

Olivo, dar el: feuern.
Olivo, tomarse el: verlassen, entkommen
Olivo: sich verabschieden
Opa: Idiot
Opiarse: sich langweilen, sich aufregen
Oxidado: müde, ausgelaugt

Pan Dulce: “Süsses Brot”, der Hinertn, besonders wenn er gross ist
Papusa: eine sehr schöne Frau
Paralítico: ein gestohlenes Fahrzeug, das nicht fahren kann
Pato: arm
Patota: Gang.
Pavo: Hintern
Pebeta: junge Frau
Pebete: junger Mann
Percanta: Frau, Geliebte
Percantina: Frau, mit Anspielung auf ihre sexuellen Organe
Piba: Junge Frau
Pibe / Pichibirlo: Junge Frau


Quebracho: Wein
Queco: Bordell
Quemar: eigentlich “brennen”, hier mit einer Feuerwaffe umbringen
Quilombo, tener: Erfahrung haben
Quilombo: Bordell, Unordnung
Quinielero: illegaler Spieler
Quinta del ñato: Friedhof
Quiveve: Bordell

Rabiosa: Feuerwaffe
Rabona: von der Schule abhauen
Ragú: Hunger
Ratearse: von der Schule abhauen
Ratero: Dieb; Kind, das von der Schule abhaut
Raviol: Pack mit Kokain
Reventar al burro: eine Box/Tresor focieren, die Geld aufbewahrt
Ropero: Kontrabass


Sacudir: sagen, erzählen
Salame / Salamín: blöde, dumm
Sardo: Sergent
Sario: Komissar
Seco: Eigentlich “trocken”, hier im Sinne von arm
Seisluces: Revolver
Semáforo: eigentlich Ampel. Jemand oder etwas was Unglück bringt
Sombra: eigentlich “Schatten”, hier im Sinne von Knast
Sonar: sterben / einen Fehler begehen, versagen
Sonatina, la: Tod

Tetera: BH
Tipa: Knast
Tira: Polizist
Tordo: Rechtsanwalt oder Arzt
Torta / Tortera / Tortiyera: Lesbe
Trolo: Gay.
Trotadora / Trotera: Prostituierte
Tumbadero: Sex-Hotel
Tumbado: deprimiert
Turra: Prostituierte

Untar: eigentlich „ölen, schmieren“, hier bestechen, verlocken
Upa, de: gratis, umsonst
Upite: Hintern / Glück

Vagón, un: viel, eine grosse Anzahl
Vagoneta: faul, träge
Vaivén: Messer
Valenciano: jemand der illegal spielt
Vinacho / Vinagriyo: Wein
Viniso: betrunken
Viniyo: Wein
Viola: Gitare
Violero: Gitarrist

Yetatore: eine Person, die Unglück bringt. Dieses Wort könnte aus dem napoletanischen Dialekt stammen. Das Wort „jettatore“ bezeichnet nämlich das Gleiche und
Yigoló: Junger Mann, der mit einer älteren Frau zusammenlebt
Yira / Yiranta / Yiradicta: Prostitutierte
Yirar: Wandern.
Yiro: Prostituierte
Yunta: ein Paar
Yurno: der Tag. Auch dieses Wort scheint aus dem napoletanischen Dialekt zu stammen. „O juorno“ bedeutet nämlich der Tag
Yuta: Polizei-Offizier

Zafar: entkommen
Zapar: Hart arbeiten
Zarpar: einen Ort sehr schnell verlassen
Zumbarse: Drogen konsumieren
Zurdo: das Herz