2.9.06

Musiktraditionen in Brasilien: C wie...

Caboclinho
Sammelbegriff für einige dramatische Mestizentänze, mit anspruchvoller Choreographie, die zur Gruppe der „pastorís“ gehören und zur Zeit des Karnevals in Paraíba, Pernambuco und Rio Grande do Norte getanzt wird. Man unterscheidet gesungene und rein instrumentale Formen, die generell durch "pife" und "Zabumba" begleitet werden. Manchmal werden zur Begleitung auch "taró" und "caracaxá" eingesetzt.

Caboclo
1. Dramatischer Volkstanz des Gebietes Itaparica (Bahia) und in modifizierter Form von Cearà, in dem indianisch und kreolische Komponenten verknüpft sind.
2. Indianisch-kreolische Zeremonie einiger Regionen Nordbrasiliens, bei der übernatürliche Wesen angerufen werden.

Caiapó
Zu den dramatischen Tänzen der "pastorís" angehörender Volkstanz religiöser Inspriation, der heute jedoch kaum noch verbreitet ist.

Canção
Allgemeine Bezeichnung für viele gesungene Kompositionen. In Brasilien existieren einige Mischformen, die langsame, gut singbare Variante bestimmter Tänze sind, wie z.B. "samba-canção".

Candeia
Volkstanz, zur Gruppe des „fandango“ gehörend.

Candomblé
Siehe dazu separater Artikel.

Canjerè
Volkstanz des Bundestaates Minas Gerais. Er ist aus der Vermischung afrikanischer un kreolischer Elemente hervorgegangen und wird meist durch Akkordeon ("sanfona") begleitet.

Cantiga
Bereits im Mittelalter bekannte poetische Komposition, der im Cancionero des galizisch-portugiesischen Kulturerbes des XI. – XII. Jahrhunderts erwähnt und nach der Enteckung Amerikas nach Brasilien transkulturiert wurde. Der Inhalt reicht von profanen Themen bis zu kirchlichen Gesängen, die ihren Ursprung wiederrum im gregorianischen Choral haben und den populären trovadoresken Gesängen sehr ähnlich sind. Heute existiert die "cantiga" als populäres Lied in Brasilien ebenso wie in Portugal.

Cantiga de cego
Durch blinde Sänger vorgetragenes brasilianisches oder portugiesisches Lied romantischen Charakters.

Cantiga-de-ninar
Sammelbegriff für alle portugiesischen und brasilianischen Wiegenlieder.

Canto de trabalho
In Portugal und Brasilien vorwiegend in ländlichen Gebieten verbreiteter Gesang, der solistisch und/oder im Chor bei Arbeiten angestimmt wird. Der Rhythmus passt in der Arbeitshandlung an und wird zur Einheit mit ihr. Er dient der Stimulierung der Arbeitsleistung.

Cantoria
Sammelbezeichnung für eine folkloristische Tradition im Bereich des trovadoresken Gesangs des Nordosten Brasiliens; das Singen, bzw. der poetische Disput in gesungener Form zwischen Sängern; eng mit der „literatura de cordel“ und der „romance“ verbunden. Träger dieser kulturellen Manifestation ist der "cantador". Begleitinstrumente sind die "viola" und die "sanfona". Themenkreise sind Heldentaten, kuriose Begebenheiten, religiöse Ereignisse, komische, satirische und pikante Geschichten, historische und örtliche Vorkommnisse, Liebe usw.

Capoeira
Siehe dazu separater Artikel

Carimbó
Als „dança-de-roda“ (Rundtanz) in Marajó, Belém und Parà aufgeführter Tanz. Dazu wir ein siebensilbiger Versgesang intoniert. Man unterscheiden drei Arten von Carimbó: "Carimbó praiero", der in der Zone von Parà verbreitet ist: "Carimbó pastoral" in Soura oder Marajó und "carimbó rural" in Plantagengebieten am unteren Amazonas, Santarem,Obodos und Alenguer. Als Belgeitinstrumente dienen "reco-reco", "raspador", "xeque-xeque" und eine Trommel gleichen Namens ("carimbó").

Carioca
1. Bezeichnung für die Einwohner von Rio de Janeiro.
2. Brasilianischer Populärtanz, um 1931 in Rio de Janeiro entstanden. Der Komponist José Luis de Morais zählt zu den Schöpfern dieses Tanzes, das Elemente der Samba und der kubanischen Rumba vereint.

Cateretê
Afrobrasilianischer Volkstanz im 6/8- oder 2/4-Takt, der in São Paulo, Rio de Janeiro, Minas Gerais, Mato Grosso, Goiás, Sergipe und Bahia verbreitet ist. Männer und Frauen tanzen in Reihen gegenüber. Es ist eine spezielle Variante des „batuque“, welche die „umbigada“ und Choreographien der „quadrilha“ enthält. Der Tanz wird durch Gesang und die Instrumente "viola", "reco-reco", "rabeca", "zabumba", "pandeiro" und "maracaxá" begleitet.

Cará
Volkstanz, regionale Variante des “fandango”.

Caxambú
Im XIX. Jahrhundert dem Samba ähnlicher Tanz, der mit Trommeln aufgeführt wurde und in den Gebieten von Itaperuna (Rio de Janeiro) verbreitet war.

Chiba
Volkstanz, der nicht mit der „xiba“ identisch ist.

Choro
Choro hat in der brasilianischen populären Musik mehrere Bedeutungen. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Instrumentale Musik, kann aber auch gesungen werden.
Im allgemeinen bezeichnet Choro ein städtischer Instrumental-Ensemble wo ein Mitglied der Gruppe solist ist. Eine typische Besetzung in der hälfte des 19. Jhr. besteht aus Cavaquinho, Flöte, Klarinette, Posaune, Gitarre sowie Perkussionen (Pandeiro und Tamborim sowie "prato e faca", d.h. ein Metallteller, der von einem Messer rhythmisch gerieben wird).
Mit "chorões" werden Ensembles bezeichnet, die um 1870 in Rio de Janerio entstanden sind. Einer der frühsten und bekannten "chorões" wurden von dem Flötist Joaquim Antonaio da Silva Callado (1848-1880) gegründet.

Im 20. Jhr. verbindet man den Begriff Choro mit anderen städtischen Tänze von Brasilien wie Maxixe, Tango brasileiro und Samba. Ein wichtiger gemeinsamer Grundzug dieser Tänze ist der synkopierter binärer Rhyhtmus. Im weiteren unterscheiden sich diese Tänze vor allem in der Bestezung der Instrumente.
In den 1930-er und 1940-er Jahren tritt die "Velha Guarda" hervor, dessen Leader Alfredo da Rocha Viana (Flötist, Saxophonist und Komponist), heute vor allem als "Pixinguinha" bekannt, neue Wege in der Improvisation und der Variation beim Choro einleitet.

Ciranda
1. Rundtanz, der durch Kinder aufgeführt wird. Die Jungen und Mädchen fassen sich and den Händen und tanzen im Kreis. Ein Kind nimmt in der Mitte Aufstellung, in bestimmter Abfolge wir seine Position durch ein anderes Mädchen/Jungen wahrgenommen.
2. Zur Gruppe der Samba zählender Volkstanz, der in weiten Teilen Brasiliens verbreitet ist. Regionale Varianten sind “cirandinha”, “sarandí“ in Goiás, “serandina” in Minas Gerais. Die zentrale Figur ist der "cirandeiro", der bestimmte Texte singt. Die Begleitung wird durch die Instrumente Bumbo, "caixa", "ganzá", "zabumba", manchmal auch Flöten, Klarinetten, Posaune oder Saxophon übernommen.

Coco
Coco ist ein populärer Tanz vom Küstenteil des Nordosten Brasiliens, vor allem des Küstenteils. Im inneren Teil, in der "sertão", ist der „coreto“ typisch. Der Chor oder das Refrain antwortet dem „tirador de coco“, auch „coquiero“ genannt. Der afrikanische Einfluss ist eindeutlich, wobei auch einheimische Einflüsse der indianischen Stämme der Tupis, die an der Küste leben, zu beobachten sind.
Früher wurde der "coco" in Paríba und Alagoas sogar in den Sälen der gut situierten Gesellschaft getanzt. Hier wurde er oft als „samba“, „pagode“, „sambê“ oder „bambelô“ genannt.
Zwischen Paraíba und Rio Grande do Norte ist es üblich, dass Männer und Frauen einen Kreis bilden. In der Mitte steht ein Solist, der singt und Tanzfiguren macht, bis er einen neuen Solist mit einer „umbigada“ (Beckenbewegung) oder mit dem Stampfen des Fusses in den Kreis auffordert . Die verwendete Instrumente bestehen meistens nur aus Perkussionen: "ingonos" (?), "cuíca", "pandeiro" und "ganzá", und bei den ärmeren Schichten werden einfache "caixotes" (als Schlagzeug verwendet.
Es gibt eine unheimlich grosse Vielfalt von "cocos": Der "coco" erhält seinen Beinamen je nach

1. Begleitinstrumente: Z.B: “coco de ganzà”, “coco de zambê” (?),
2. Von der Form des Textes: “coco de décimo” (Zehnzeiler), “coco de oitava” (Achtzeihler)
3. Vom Ort wo er aufgeführt wird: “coco de usina” (Fabrikcoco), “coco da praia” (Strandcoco)

Die Form des "coco" besteht aus einem Refrain und einer Strophe. Die Strophe kann improvisiert werden. Der Refrain kann entweder zu Beginn oder zwischen den Strophen vorkommen er ist jedoch immer fix, was ein typischer Merkmal des „coco“ ist. Die Strophen besten aus Vierzeilern, die je sieben Silben enthalten. Der Gesang ist syllabisch. Der „coco“ kommt meisten in 2/4 vor und auffällig ist der synkopierte Rhyhtmus.

Congada
Zur Gruppe der "pastorís" gehörender dramatischer Volkstanz, bei dem afrikanische und portugiesisch-spanische elemente und Traditionen synkretisiert wurden. Er wird meist zu Ehren des Schutzheiligen São Benedito zur „Festa des Nossa Senhora do Rosário“ aufgeführt. Dazu werden epische Verse gesungen. Zur musikalischen Begleitung werden Trommeln ("tambores", "caixa"), verschiedene Varianten des "chocalho" und die "viola" verwendet. Die 1760 erstmals erwähnte "congada" wird vor allem vor Kirchen und anderen religiösen Stätten aufgeführt, wobei verschiedene dramatische Szenen, darunter die Krönung der Könige des Kongo, dargestellt werden.

Coretos
„Coretos“ heisst wörtlich kleiner Chor. Ein typisches Fest in Mina Gerais, in der Gemeinde Diamantina besteht aus einem Trinkgelage, der von den "coretos" begleitet wird.
Einer der bekanntesten „coretos“ heisst „Peixe Vivo“, der während dem Wahlkampf zum Präsidium von Juscelino Kubitschek so berühmt wurde, da er von Diamantina stammte.

Corriola
Volkstanz des Bundesstaates São Paulo. Männer und Frauen tanzen in langsamen Walzerschritt im Kreis zum Klang der Viola eines „mestre“ (Meister) genannten Musikers. Im Schlussteil singt der Mestre in Form eines kleinen Verses eine auf jede anwesende Person zugeschnittene Sentenz. Niemand darf den Kreis verlassen, ohne dass er das vom Sänger aufgetragene Anerbieten wie eine Runde Schnaps auszugeben, ein Gebet aufzusagen oder wie ein Schwein zu grunzen erfüllt hat.

Corta-jaca
Dieser Begriff hat drei Bedeutungen:
1. Eine regionale Variante des Samba, der in den ländlichen Gebieten von Rio de Janeiro und Bahia aufgeführt wird.
2. Von der Komponistin Francisca Gonzaga (1847-1935) um 1897 geschaffene Variation des „tanguinho“.
Eine Regionale Variante des Samba-de-roda im Gebiet von São Salvador, der durch die "viola" begleitet wird.

Curitibiano
Volkstanz von der Region von Campo Largo (Curitiba/Paranà). Sein Ursprung liegt im „fandango“. Er wird als Rundtanz überwiegend durch unverheiratete Paare ausgeführt.

Cururú
Rundtanz im 2/4-Takt. Er wird in den ländlichen Gebieten von São Paulo und Minas Gerais ausgeführt. Er ist heute jedoch fast in Vergessenheit geraten. Dieser Tanz wurde durch Händeklatschen und Schuhplatteln („sapateio“) sowie Gesang begleitet. Als Begleitinstrumente kommen "manchete", "adufe" (dieses Instrument stammt aus Portugal) und "reco-reco" zum Einsatz.